Eine Entwicklung, die Standards in der Planung von Installationswänden verändern könnte: Der Ziegelhersteller Schlagmann Poroton hat mit dem Pz-I einen verfüllbaren Installationsziegel entwickelt, der normgerechte Ausführungen von Installationswänden im Ziegelmauerwerk ermöglicht. Die Produktinnovation richtet sich insbesondere an Planer, die Sanitär- und Elektroinstallationen in tragenden und nichttragenden Ziegelwänden nach aktuellen DIN-Vorgaben realisieren müssen.
Im konventionellen Mauerwerksbau stellt die Integration von Installationsleitungen in Ziegelwänden eine planerische Herausforderung dar. Geschlitzte Wände können Festigkeitswerte und Schallschutzanforderungen beeinträchtigen, während Vorwandkonstruktionen zusätzlichen Platzbedarf erzeugen. Der Pz-I soll diese Problematik durch eine systemische Lösung adressieren: Der Stein verfügt über vorgefertigte Kammern, die gezielt verfüllt werden können und so Leitungsführungen aufnehmen, ohne die statischen Eigenschaften der Wand zu kompromittieren.
Für die Umsetzung im Projekt bedeutet dies: Planer sollten bereits in der Entwurfsphase die Leitungsführung mit der Mauerwerksplanung abstimmen, um die Kammern des Pz-I optimal zu nutzen. Die DIN-Konformität bezieht sich dabei auf die Ausführung von Installationswänden gemäß den geltenden Normen für Mauerwerk und Haustechnik. Schlagmann Poroton positioniert das Produkt als Alternative zu Gipskartonplatten-Vorwänden oder geschlitztem Mauerwerk, insbesondere dort, wo Brandschutzanforderungen, Schallschutz oder mechanische Belastbarkeit eine massive Bauweise erfordern.
Die technischen Details zu Rohdichte, Druckfestigkeitsklasse und Lambda-Wert des Pz-I wurden vom Hersteller noch nicht vollständig publiziert. Entscheidend für die Marktakzeptanz wird sein, ob der Installationsziegel auch in mehrgeschossigen Wohnbauten mit hohen Anforderungen an den Schallschutz und die Tragfähigkeit eingesetzt werden kann. Die Innovation reiht sich ein in die jüngsten Bestrebungen der Ziegelindustrie, modulare und DIN-konforme Systemlösungen für den rationellen Mauerwerksbau zu entwickeln – ein Ansatz, der auch im Kontext von zirkulärem Bauen und materialeffizienter Konstruktion an Bedeutung gewinnt.