Mit einer neuen Produktlinie druckbelastbarer Mineralwolle-Dämmungen adressiert ROCKWOOL einen wachsenden Marktbedarf: die Erschließung von Flachdächern als Nutzflächen. Während konventionelle Steinwolleprodukte vor allem auf Wärmedämmung und Brandschutz ausgelegt sind, kombiniert die neue Linie hohe Druckfestigkeit mit den materialspezifischen Vorteilen nicht brennbarer Dämmstoffe – ein entscheidender Faktor für Dachgärten, begehbare Terrassen und Installationsflächen für Photovoltaik- oder Klimaanlagen.
Planer kennen das Dilemma: Wird ein Flachdach nachträglich als Nutzfläche erschlossen, müssen die Dämmschichten Lasten aus Verkehr, Substrat oder technischen Einbauten aufnehmen, ohne dass die Wärmedämmleistung leidet. Herkömmliche Steinwolle erreicht bei Rohdichten von 100–150 kg/m³ nur bedingt die erforderliche Druckfestigkeit gemäß DIN 18531 (Dachabdichtungen). ROCKWOOL setzt in der neuen Serie auf höhere Rohdichten und modifizierte Faserstrukturen, um Druckspannungen von über 60 kPa zu gewährleisten – ausreichend für die meisten extensiven Begrünungen und Begehungssituationen nach Lastklasse II.
Gleichzeitig bleibt die Wärmeleitfähigkeit λ im Bereich von 0,035–0,038 W/(m·K), vergleichbar mit Standardprodukten der ISOVER-Familie. Ein zusätzlicher Vorteil ergibt sich aus der Brandklasse A1 nach DIN EN 13501-1: Im Gegensatz zu EPS- oder XPS-basierten Gefälledämmsystemen entfallen bei Steinwolle bauaufsichtliche Auflagen für zusätzliche Brandriegel. Dies senkt Komplexität und Kosten in Projekten mit erhöhten Brandschutzanforderungen, etwa bei Gebäuden der Gebäudeklasse 5 nach Musterbauordnung.
Im Wettbewerbsumfeld positioniert sich ROCKWOOL damit neben Anbietern wie Austrotherm, die mit druckfestem XPS vor allem auf Perimeterdämmung setzen. Die neue Produktlinie könnte die jüngsten Kapazitätserweiterungen in Flechtingen gezielt auf urbane Nachverdichtungsprojekte ausrichten, wo begrenzte Grundstücksflächen die Nutzung von Dachflächen wirtschaftlich attraktiv machen. Technische Details zu Schichtaufbauten, Dampfdruckverhalten und Langzeitkriechverhalten dürften im Laufe des Jahres in produktspezifischen EPDs publiziert werden.

